Recyclingkartons, PE-Folientasche und Recyclingpapier als nachhaltige Versandverpackung
Bild: Versandnotiz

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Recyclingmaterial und Mehrweg im Versand: nachhaltige Verpackung mit Schutz

Verpackung nachhaltig gestalten: Materialreinheit, Recyclinganteil, PE und PP statt PVC, Mehrweg nutzen und trotzdem sicher polstern. Material getrennt halten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Materialart pro Sendung ist meist die einfachste Recyclingregel: keine Folie auf Papier.
  • Papier mit hohem Recyclinganteil, Kunststoff aus PE oder PP, kein PVC und keine Materialverbunde.
  • Mehrweg und Mehrfachnutzung sparen Abfall, ersetzen aber nicht die Polsterung.

Was eine nachhaltige Verpackung leisten muss

Die Herstellung jeder Verpackung belastet die Umwelt. Darum zählt nicht nur das Material, sondern die Aufgabe: Die Sendung soll unbeschadet ankommen und möglichst geringe Umweltlast verursachen. Das Umweltbundesamt nennt Schutz vor Stößen, Feuchtigkeit sowie Sicht- und Diebstahlschutz als typische Funktionen. Wer diese Funktionen erfüllt und dabei Material spart, arbeitet nachhaltig. Recyclingmaterial ist die zweite Stellschraube.

Materialreinheit: die wichtigste Grundregel

Eine Kombination verschiedener Materialien ist für den Versand meist nicht nötig und erschwert das Recycling. Kartonagen sollten deshalb nicht mit Kunststofffolie beklebt werden, Kunststoffversandtaschen möglichst nicht mit Papier. Besonders ungünstig sind beidseitig beschichtete Papierlagen, ebenso Verbundmaterialien. Wer eine Ware in einer stabilen Verkaufsverpackung verschickt, braucht oft nur noch einen leichten Papierumschlag, eine Folientasche oder einen dünnen Karton.

Materialreinheit im Versand

Empfohlen

Karton
ohne Folie
Versandtasche
sortenrein
Papierlagen
unbeschichtet
Material
eine Materialart

Zu vermeiden

Karton
mit Folie beklebt
Versandtasche
Papier plus Kunststoff
Papierlagen
beidseitig beschichtet
Material
Verbundmaterialien

Papier: Recyclinganteil vor Frischfaser

Der Leitfaden des Umweltbundesamts empfiehlt Papierverpackungen ohne oder mit nur geringem Frischfaseranteil. Ein verbleibender Frischfaseranteil soll zu 100 Prozent aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen, worauf FSC und PEFC hinweisen. Gebleichtes Papier vermeiden. Recyclingpapier verursacht geringere Umweltbelastungen als Frischfaserkartons. Im Shop der Deutschen Post zeigen Beispiele, dass die Anforderungen angekommen sind: Modelle bestehen aus 100 Prozent Recyclingpapier. Sie tragen den Blauen Engel, in braun oder weiß, nassklebend, DIN C4 mit und ohne Fenster sowie DIN C5 ohne Fenster.

Kunststoff: PE und PP bevorzugen, PVC vermeiden

Bei Kunststoffverpackungen sind PE und PP eine gute Wahl: Polyethylen und Polypropylen lassen sich sortiert gut recyceln und benötigen keine Weichmacher. PVC sollte vermieden werden, weil es das Recycling anderer Materialien stört und oft besorgniserregende Weichmacher enthält. Die Kunststoffsorte sollte auf der Verpackung ausgezeichnet sein. Folientaschen eignen sich nur für unempfindliche, geeignete Inhalte, etwa Textilien. Zerbrechliche Ware oder Teile mit scharfen Kanten gehören nicht hinein.

Biologisch abbaubare Kunststoffe: kein Vorteil belegt

Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen zeigen in allen vorhandenen Entsorgungswegen keine gesamtökologischen Vorteile gegenüber konventionellen Kunststoffen. Sie werden selbst nicht recycelt und können das Recycling konventioneller Kunststoffe stören. In Hauskompost oder Umwelt herrschen gewöhnlich nicht die nötigen Bedingungen für den biologischen Abbau. Wer nachhaltig verpacken will, ersetzt sie deshalb nicht durch kompostierbare Folie, sondern durch sortenreines Recyclingmaterial oder Mehrweg.

Luftpolstertaschen und Mehrfachnutzung

Wenn Luftpolstertaschen nötig sind, sollte die Folie leicht vom Papier trennbar sein. Papierfasern sollen nie ganz in Folie eingeschlossen sein; prüfen Sie vorab per Sichtprüfung oder Herstelleranfrage. Mehrweg schneidet meist am besten ab, weil jeder Nutzungszyklus Abfall spart. Die Packsetkartonage von DHL besteht zu 100 Prozent aus Recyclingpapier und bleibt mehrfach verwendbar, sofern sie trocken und unbeschädigt ist. Alte Labels und Barcodes müssen vollständig entfernt oder unkenntlich gemacht werden. Überdimensionierte Kartons verbrauchen Ressourcen und erzwingen mehr Polstermaterial.

Kriterien-Steckbrief: so dokumentieren Sie Ihre Entscheidung

Prüfen Sie je Verpackungsposition diese fünf Felder und halten Sie fest, was noch offen ist:

Kriterien-Steckbrief

AnforderungMaterialangabeSchutzwirkungBelegte QuelleOffene Frage
Papier oder Kunststoff in einer VerpackungSortenrein, keine VerbundeBei Verbunden Recycling erschwertUmweltbundesamtTrennbarkeit geprüft?
RecyclinganteilHoch, Frischfaser nur zertifiziertGeringere UmweltlastUmweltbundesamtNachweis beim Lieferanten?
KunststoffsortePE oder PP, kein PVCSortiert gut recycelbarUmweltbundesamtSorte ausgezeichnet?
MehrfachnutzungStabil genug für UmlaufNur bei intakter KartonageDHL PacksetsZustand nach Rücklauf?
TrennbarkeitFolie leicht vom Papier lösenErleichtert PapierrecyclingUmweltbundesamtTest bestanden?

Häufige Fragen

Ist 100 Prozent Recyclingpapier gleichbedeutend mit nachhaltig?
Nicht automatisch. Recyclingmaterial senkt die Umweltbelastung, doch die Verpackung muss zur Ware passen und darf nicht überdimensioniert sein.
Kann ich gebrauchte Kartons einfach weiterverwenden?
Ja, solange sie trocken, sauber und unbeschädigt sind. Entfernen Sie alte Labels und Barcodes vollständig, sonst kann die Sendung den falschen Empfänger erreichen.
Ersetzt Recyclingmaterial die Polsterung?
Nein. Schutz vor Stößen bleibt die zentrale Funktion; Empfindliches braucht weiterhin Polstermaterial und Abstand zur Außenwand.

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